Aargauer Konjunkturbarometer
Stabilisierung am Arbeitsmarkt
Die Zahl der offenen Stellen von Arbeitgebern im Kanton Aargau stieg im Februar saisonbereinigt um 5%, wie die Analyse der Aargauischen Kantonalbank (AKB) ergab. In den vergangenen drei Monaten lag der Anstieg bei durchschnittlich 2,7% (Schweiz: 5,0%). Allerdings liegt der Wert Ende Februar immer noch 12,4% unter dem Vorjahr (Schweiz: -14,2%).
Im Februar 2025 waren im Aargau 18'111 Stellensuchende registriert (+142 Personen). Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 3,2%, wie die Behörden mitteilen (kantonal liegen keine saisonbereinigten Werte vor). Im Vergleich zum Vorjahr waren 2'390 Personen mehr arbeitslos gemeldet, die Arbeitslosenquote legte in diesem Zeitraum um 0,6% zu. Schweizweit verringerte sich die Arbeitslosenquote gegenüber dem Vormonat leicht um 0,1% und lag bei 2,9%, im Vergleich zum Vorjahr nahm sie um 0,5% zu. Schweizweit liegt die saisonbereinigte Arbeitslosenquote im Februar unverändert bei 2,7%.
Gemischte Entwicklung
Die einzelnen Komponenten des Aargauer Konjunkturbarometers präsentieren ein gemischtes Bild. Während Bereiche wie Transport und Verkehr deutliche Verbesserungen verzeichneten, zeigten sich andere Sektoren wie der Aussenhandel und die Finanzmärkte rückläufig. Positiv entwickelte sich auch die Industrie. Das Konsumenten- und Investorenvertrauen bleibt hingegen gedämpft und spiegelt die Unsicherheit wider, die durch geopolitische Spannungen und wirtschaftliche Risiken geprägt ist.
Höhere Volatilität
Ausgeprägt sind derzeit die Inflationsgefahren in den USA und beunruhigen die Finanzmärkte. Die Echtzeit-Messungen der Notenbank Atlanta Fed signalisieren eine mögliche "Trump-Rezession" und schätzen für die Vereinigten Staaten einen starken BIP-Rückgang um 2,8% für das laufende Quartal. Dieser Rückgang wird auf Faktoren wie ein Rekordhandelsdefizit und eine schwache Produktionsaktivität zurückgeführt. Die protektionistische Handelspolitik beeinflusst das Marktgeschehen. Die Europäische Zentralbank setzt ihre Zinssenkungen fort, um die Konjunktur zu stützen. Die Aktienmärkte reagieren zumindest temporär mit einem Rückgang und einer Flucht in sichere (US-)Staatsanleihen. Ebenso werden Vermögenswerte von den hochbewerteten Aktienmärkten der USA nach Europa und Asien verschoben.
Dienstleistungssektor etwas schwächer
Im Februar 2025 verbesserte sich der globale JPMorgan Manufacturing PMI von 50,1 auf 50,6 Punkte, den höchsten Wert seit acht Monaten. Neuaufträge liegen bei 51,3 Punkten, wobei 50 Punkte den neutralen Wert von positiven und negativen Meldungen der Einkaufsmanager darstellen. Preissteigerungen bei Rohstoffen und Verkaufspreisen beschleunigten sich. Gleichzeitig hat sich der globale PMI für den Dienstleistungssektor verschlechtert, wobei er immer noch über der kritischen Marke von 50 Punkten notiert.
Swiss Index notiert auf 95,2 Punkten
Der ebenfalls von der Aargauischen Kantonalbank und Standortförderung Kanton Aargau herausgegebene und analog erhobene gesamtschweizerische Benchmark – der Swiss Index – stieg innert Monatsfrist um 2,0% und beträgt neu 95,2 Punkte (+2,0% gegenüber dem Vorjahr). Der Swiss Index, bei dem die Finanzmarkt-Komponente höher und die Industrie-Komponente sowie der Aussenhandel tiefer gewichtet ist, notiert aktuell 4,8 Punkte unter dem langjährigen Durchschnitt von 100 Punkten. Gemäss der Methodologie kehren beide Indizes früher oder später auf den Wert von 100 Punkten zurück. Die Entwicklung der beiden Indizes sollte sich mit einer Verzögerung von rund drei bis sechs Monaten in den offiziellen Wirtschaftsdaten
Konjunkturbarometer powered by Aargauische Kantonalbank und Standortförderung Kanton Aargau:
Der Aargauer Konjunkturbarometer zeigt die aktuelle Dynamik der Aargauer Wirtschaft auf. Der Barometer berücksichtigt zentrale Säulen der Wirtschaft. Zu den Komponenten gehören die Stimmung der Konsumenten und Investoren, das Geschäftsklima sowie im Speziellen die Indizes der Industrie und der Finanzwirtschaft. Der Barometer wertet nur Daten aus, die zeitnah verfügbar sind. Im Indikator-Design spielen frühzyklische Komponenten eine besonders wichtige Rolle. Auf diese Weise wird die Entwicklung der allgemeinen Wirtschaftsleistung - gemessen am Bruttoinlandprodukt - mehrere Monate im Voraus antizipiert. Innovative Techniken wie Internet-Analysen und neue Datenquellen werden ins System eingebunden. Neben dem Aargauer Konjunkturbarometer haben die Aargauische Kantonalbank und Standortförderung Kanton Aargau einen weiteren, nationalen Indikator kreiert: Der entsprechende Swiss Index verfügt über die gleiche Methodologie wie der regionale Index. Hingegen unterscheiden sich die beiden Indikatoren teilweise bezüglich der Gewichtung und Daten. Der historische Durchschnitt beider Indikatoren beträgt immer 100. Das heisst auch: Der Barometer verläuft in einer gewissen Bandbreite langfristig seitwärts. Werte über 100 signalisieren ein im historischen Vergleich überdurchschnittliches Wachstum; Werte unter 100 ein unterdurchschnittliches Wachstum.
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